Die Schlacht am Fluss Radagan — Band 1, Kapitel 4

Die Schlacht am Fluss Radagan

Nachdem der ruhmreiche Held Freddy Freudenreich gemeinsam mit seinen getreuen Gefährten das sagenumwobene Drachenartefakt aus dem düsteren Königreich der Toten geborgen hatte, machten sich die Gefährten auf, um in die Hauptstadt des Reiches Valanor zurückzukehren.

An ihrer Seite reiste Grub, der Fackelträger, ein erfahrener Kämpfer und treuer Freund. Zudem hatte sich ihnen eine Schar junger Bauernburschen angeschlossen – inspiriert von Freddys Heldentaten in den Sümpfen der Tausend Fledermäuse. Diese mutigen Jünglinge, voller Tatendrang und Hoffnung, nannten sich fortan die Scharlachrote Leibwache des Erpels. Erkennbar waren sie an dunkelroten Tüchern, die sie sich stolz um ihren rechten Oberarm gebunden hatten.

Die Scharlachrote Leibwache

Doch während die Helden auf ihrem Weg durch das Land zogen, regte sich neues Unheil. Der Dämonenprinz Sathmok, dessen warer Name nur in geflüsterten Legenden genannt wird, hatte einen neuen General entsandt – mit dem finsteren Auftrag, das Artefakt zurückzuerlangen und Freddy und seine Gefährten zu vernichten.

Als die Gruppe den mächtigen Fluss Radagan erreichte, sahen sie auf der anderen Seite der alten Steinbrücke, die nach Norden führte, die qualmenden Überreste eines niedergebrannten Dorfes. Schwarze Rauchschwaden zogen über den Himmel, und eine unheilvolle Stille lag über dem Land.

Sogleich entsandten die Helden den geheimnisvollen Einsamen Wanderer, einen Elben von großem Mut und großer Geschicklichkeit, um die Quelle der Gefahr auszukundschaften. Lautlos wie der Nebel schlich er sich über die Brücke, durch das Dickicht entlang des Ufers und weiter bis zu einem Hügel hinter den rauchenden Ruinen. Dort, im Schatten alter Bäume, erspähte er ein gewaltiges Heerlager aus Orks, Goblins und Steintrollen.

Das Heer jenseits des Radagan

Doch die Kreaturen waren wachsam. Rings um das Lager standen Wachen, darunter auch Goblinreiter auf riesigen Wölfen. Unglücklicherweise hatte der Elb seinen Rucksack voller duftender Delikatessen aus Milos‘ exzellenter Reiseküche bei sich. Einer der Wölfe witterte den köstlichen Duft und schlug Alarm. Mit bellendem Knurren verständigte er die Wachen.

Bald darauf begannen Goblin-Fährtensucher, unterstützt von ihren Wölfen, die Spur des Elben aufzunehmen.

Der verräterische Proviant

Inzwischen bemerkte Milo, der kleine, aber findiger Hobbithändler, dass der Einsame Wanderer zu lange fort war. Da er jedoch zu klein war, um über die Hügel hinwegzusehen, bat er Freddy um Hilfe. Dieser entdeckte einen hohen Birnbaum in der Nähe, erklomm ihn mit unglaublicher Gewandtheit und erblickte von der Krone aus die Verfolgung des Elben durch Goblinreiter.

Freddy handelte sofort. Dank seiner langen Reisen durch Königreiche und Fürstentümer hatte er zahllose Kriegsstrategien von alten Generälen gehört und sich manches gemerkt.

Er befahl Milo, das Essen und die Schätze von den Handelswägen zu entladen, und die Wägen dann in der Mitte der Brücke zu parken.

Dann schwang Freddy das Drachenartefakt in die Luft und rief laut über den Fluss zu den Goblins hinüber. Die unheiligen Kreaturen erstarrten beim Anblick des Artefakts und ritten hastig zurück zu ihrem General, um Bericht zu erstatten.

Freddys Plan im Birnbaum

Wenige Augenblicke später marschierte der General des Dämonenfürsten mit seiner Schar aus Orks, Goblins und Trollen über den Hügel.

Der Einsame Wanderer rannte vor der heranrückenden Armee her – verfolgt von der blutrünstigen Vorhut an Goblinreiern. In letzter Sekunde rettete er sich mit einem mutigen Sprung in die Fluten des Radagan. Zum Glück war der Elb ein hervorragender Schwimmer. Die Orks und die anderen Kreaturen jedoch fürchteten das Wasser und drängten sich deshalb auf die Brücke.

Der Sprung in den Radagan

Gerade als die feindliche Armee in der Mitte der Brücke angekommen war, zündeten Freddy die Handelswägen mit einem brennenden Pfeilen an. Eigentlich ein unmöglicher Schuss - doch dank seiner hohen Position in der Krone des Birnbaums, konnten er diesen Meisterschuss erfolgreich schaffen. Flammen schlugen empor, dichter Rauch hüllte die Brücke ein – das Heer geriet ins Stocken.

Feuer auf der Steinbrücke

Nun trat Alfina Shadowleaf, die Magierin der Gruppe, nach vorn an den Fluss. Sie murmelte uralte Worte, hob ihren Stab, und mit einem gewaltigen Grollen näherte sich eine Flutwelle, hoch wie ein Turm, dem Schauplatz des Geschehens.

In letzter Sekunde erreichte der Elb das rettende Ufer. Dann krachte die Wassermasse mit ohrenbetäubender Gewalt gegen die Brücke, riss sie in tausend Stücke und verschlang die gesamte Armee des Dämonenfürsten in den tosenden Fluten.

Alfinas Flutwelle

Die wenigen Feinde, die sich doch noch bis an das Ufer retten konnten, wurden von der scharlachroten Leibwache des Erpels erschlagen.

So siegte Freddy Freudenreich ein weiteres Mal mit seinen treuen Gefährten gegen die dunklen Mächte des Nordens. Das Drachenartefakt war gerettet – und sein Weg zur Hauptstadt Valanor frei.

Und ein weiteres Lied über Mut, Freundschaft und den Triumph des Lichts fand seinen Platz in den Chroniken von Valanor.

Der freie Weg nach Valanor
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