Das Königreich der Toten — Band 1, Kapitel 3

Das Königreich der Toten

Der finstere Nebel hing schwer über den verfluchten Landen, als Freddy Freudenreich, der unerschrockene Held, zusammen mit seinen Gefährten durch die Sümpfe zog. Vor wenigen Tagen hatten sie den Vampirlord Vladak den Verdammten bezwungen, einen grausamen Diener des Dämonenprinzen Sathmok. Doch ihre Reise war noch lange nicht vorbei – ihr wahres Ziel lag jenseits des Grabes des Einsamen Ritters, tief verborgen im Herzen des Königreichs der Toten.

An Freddys Seite kämpfte eine Schicksals-gemeinschaft, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnte:

Der Einsame Wanderer, ein wortkarger Krieger mit einer Klinge, scharf wie der Nordwind.

Milo, ein gewitzter Hobbit-Händler, dessen Mut seine geringe Größe weit übertraf.

Alfina Shadowleaf, eine geheimnisvolle Magierin des Ordens der Makellosen Flamme, bewandert in den dunklen Künsten.

Die Reise führte sie in die tiefsten Abgründe der Vampirsümpfe, wo sie schließlich das vergessene Hünengrab fanden. Ein gewaltiger Schacht führte in die Tiefe – hundert Meter Finsternis, die nur von den schwachen Lichtkegeln ihrer Fackeln erhellt wurde. Milo, geschickt und furchtlos, band ein Seil und begann den Abstieg, während die anderen vorsichtig folgten. Kein Laut durfte sie verraten – sie waren nicht allein.

Der Abstieg ins Hünengrab

Tief im Erdinneren erreichten sie eine gewaltige Halle, getragen von vierundzwanzig uralten Säulen. Am anderen Ende stand ein rostiges Fallgitter, bewacht von zwei untoten Ogern in rostigen Rüstungen, ihre gewaltigen Hellebarden funkelten im schwachen Licht. Doch es waren nicht nur die Oger, die wachten – an der Decke lauerten steinene Gargoyles, ihre magischen Augen bereit, jeden Eindringling mit ewigem Fluch zu belegen.

Die Halle der vierundzwanzig Säulen

Alfina murmelte eine leise Formel – ein Zauber, der ihre Schritte dämpfte, so dass nicht einmal die Toten sie hören konnten. Lautlos schlichen sich Milo und Freddy von Säule zu Säule, Schatten in der Dunkelheit. Doch Milo war mehr als nur ein Händler – er war ein Meister der verbotenen Künste der Assassinen. Mit einer blitzschnellen Bewegung sprang er aus dem Schatten, trennte mit einem einzigen Schnitt den Totenschädel der ersten Wache ab. Doch als der Körper in sich zusammenfiel, entglitt die Hellebarde den knöchernen Händen. Freddy reagierte instinktiv, fing die Waffe und rammte sie in das untote Herz der zweiten Wache. Ohne einen Laut fielen die beiden Oger zu Boden – die Gargoyles blieben reglos.

Doch das Gitter war versiegelt – ein abgebrochener Schlüssel machte ein gewöhnliches Öffnen unmöglich. Da trat der Einsame Wanderer vor, packte mit gewaltiger Kraft die eisernen Stäbe und zog das Tor mit bloßen Händen auf. So betraten sie das Königreich der Toten.

Lautlos durch das Fallgitter

Tag um Tag durchquerten die Helden die endlosen Grabkammern und labyrinthartigen Korridore. Sie fanden heraus, dass der König der Toten lebende Gefangene hielt – Bauern aus den umliegenden Dörfern, versklavt und verdammt zur ewigen Arbeit. Der Sprecher der Gefangenen, Grub, ein einfacher Hufeisenschmied, war zunächst zu ängstlich, um sich den Helden anzuschließen. Doch Freddy überzeugte ihn mit Worten, die Mut in sein Herz pflanzten:

“Wir sind hier, um den König zu stürzen – und euch eure Freiheit zurückzugeben!”

Grub und die anderen Gefangenen schworen Freddy ewige Treue. Zum Zeichen seiner Dankbarkeit wurde Grub zum Fackelträger der Gruppe.

Die Sklaven kannten den Weg zur königlichen Schatzkammer – und so machten sich die Gefährten auf.

Grubs Hoffnung

Am Eingang zur Schatzkammer standen sieben uralte Sarkophage. Als sie den Raum betraten, öffnete sich einer davon mit magischer Kraft. Heraus stieg eine geisterhafte Frau von unbeschreiblicher Schönheit – eine Todesfee. Ihr Lied war süß und melancholisch, doch es war ein Fluch, der die Seelen der Zuhörer stehlen sollte.

Freddy, der einst von den Sirenen der Klippen gehört hatte, erkannte den tödlichen Zauber. Mit all seiner geistigen Kraft brach er den Bann, entriss Grub die Fackel und schleuderte sie auf den Geist – denn er wusste: Feuer kann Geister verbannen! Gleichzeitig zog der Einsame Wanderer sein Schwert, das durch Alfinas Magie in Flammen aufging. Ein heftiger Kampf entbrannte.

Doch dann erwachten auch die anderen sechs Sarkophage – und Skelette mit rostigen Schwertern erhoben sich. Während Grub und seine Männer gegen die Skelettkrieger kämpften, stellten sich Freddy und seine Gefährten der Todesfee.

Das Lied der Todesfee

Doch die Kämpfe hallten durch die Gänge – und der König der Toten hörte sie. Mit seiner Leibgarde aus hundert Skeletten marschierte er zur Schatzkammer, um die Eindringlinge zu vernichten.

Nach einem langen und blutigen Kampf siegten die Helden über die Todesfee – doch kaum hatten sie sich gesammelt, wurden sie von der Armee des Königs überrannt. Ihr einziger Rückzugsort war die Schatzkammer, in der sie sich verbarrikadierten.

Der König der Toten

Sie wussten: Gewöhnliche Waffen und Feuer würden gegen den König nicht ausreichen. Während draußen die untote Armee gegen die Tür donnerte, durchsuchte Alfina die Berge aus Gold, Juwelen und magischen Artefakten.

Schließlich fand sie es – ein gewaltiger Kriegshammer, geschmiedet aus Drachenstahl und verziert mit Blutdiamanten.

Doch wer sollte ihn führen? Der Einsame Wanderer kannte sich mit Schwertern aus – nicht mit Hämmern. Milo, der Hobbit, war ein exzellenter Schmied (seine Spezialität waren Pfannen und Töpfe, insbesondere solche mit eingebautem Zapfloch) – doch der Hammer war viel zu schwer.

Der Hammer aus Drachenstahl

Da kam Freddy eine Idee. In einer Ecke der Schatzkammer fand er eine Kiste mit magischen Tränken. Dank seiner feinen Nase erkannte er ihre Wirkung:

Der erste gab die Ausdauer eines Wolkenriesen.

Der zweite gab die Stärke eines Steinriesen.

Der dritte entfachte die Berserkerwut eines Feuerriesen.

Er drückte sie Milo in die Hand. Der Hobbit, in der Annahme, es handle sich um edle Schnäpse, trank sie in einem Zug.

Drei Tränke für Milo

Plötzlich wuchs unglaubliche Kraft in ihm. Mit einem Brüllen riss er den Kriegshammer hoch, sprintete zur Tür – und sprengte sie mit einem einzigen Schlag.

Der König der Toten und seine Armee starrten ungläubig, als Milo wie eine lebendige Naturgewalt durch sie hindurchwalzte. Kein Feind konnte ihn aufhalten. Schließlich stand er vor dem König selbst.

Der untote Monarch erkannte sein Schicksal. Nach seinem hunderte von Jahren anhaltenden Fluch würde endlich auch seine Seele Frieden finden. Mit einem leisen Lächeln ließ er den finalen Hammerschlag geschehen – und zersplitterte in tausend Stücke.

Milos letzter Hammerschlag

Mit dem Tod des Königs fiel auch der Fluch – die Toten fanden ihren Frieden. Beladen mit Schätzen und dem Drachenartefakt kehrten die Helden an die Oberfläche zurück.

Die befreiten Sklaven kehrten heim und feierten ein großes Fest zu Ehren der Helden – doch Grub blieb bei Freddy, der treue Fackelträger der Heldengruppe.

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