Der Retter in der Nebelklamm
„Helft ihm!“ rief einer der Händler, und die Gruppe eilte zu dem verletzten Mann. Sie waren gerade dabei, seine Wunden zu versorgen, als ein fernes Geräusch durch die Schlucht hallte – Trommeln. Kriegstrommeln.
Plötzlich wurde die Luft von den schrillen Schreien von Goblins durchbohrt. Aus den Schatten brach eine riesige Horde hervor – Hunderte von Goblin-Kriegern, ihre Augen funkelten bösartig, reitend auf knurrenden Riesenwölfen. Am Ende der Horde stapften zwei gewaltige Steintrolle, ihre massiven Körper ließen den Boden bei jedem Schritt erbeben. Hoch oben, auf den Klippen, begannen Goblin-Schamanen, düstere Zauber zu wirken, ihre Hände glühten vor dunkler Magie.
Da trat Freddy Freudenreich, der sonst so unbeschwerte Barde, nach vorn. Er warf seinen Reisemantel ab und enthüllte einen langen, kunstvoll gearbeiteten Bogen, den er auf dem Rücken getragen hatte. Seine Augen verengten sich in konzentrierter Entschlossenheit.
„Es wird wohl Zeit, dass ich zeige, was ich wirklich kann,“ murmelte er, und sein sonst humorvoller Ton war nun ernst.
Mit einer flinken Bewegung legte er einen Pfeil auf die Sehne, zog den Bogen zurück und ließ los. Der Pfeil flog mit solcher Geschwindigkeit, dass er in der Luft zu verschwimmen schien. Er traf sein Ziel sofort – direkt ins Auge des Goblin-Anführers, der augenblicklich tot zu Boden sank. Die Horde hielt inne, schockiert vom plötzlichen Tod ihres Anführers.
Mit den Trollen besiegt, wandte Freddy sich den verbleibenden Goblins und Wölfen zu. Seine Pfeile regneten wie ein Sturm auf die Feinde nieder, jeder Schuss traf tödlich. Egal, wie schnell die Goblins angriffen oder wie wild die Wölfe knurrten, Freddys Pfeile fanden stets ihr Ziel. Seine Hände bewegten sich so schnell, dass es schien, als führe er nicht einen Bogen, sondern viele.
Schließlich, als der letzte Goblin fiel und die Kriegstrommeln verstummten, war die Schlucht mit den Leichen der Angreifer übersät. Freddy ließ seinen Bogen sinken, atmete schwer, aber er war unverletzt. Entgegen aller Erwartungen hatte die Karawane überlebt.
Nicht ein einziges Mitglied der Karawane war getötet worden, und kein einziger Schatz war verloren. Die Händler blickten Freddy mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Dankbarkeit an.
Freddy, immer der bescheidene Barde, zuckte nur mit den Schultern und grinste. „Nur eine weitere Geschichte für die Lieder, schätze ich.“
Doch der Wanderer, der einsame Elf, der die Welt bereist und viele große Krieger gesehen hatte, kannte die Wahrheit. Freddy Freudenreich war kein gewöhnlicher Barde. Er war eine Legende, ein Held in Verkleidung, und an diesem Tag würde sein Name für immer in die Annalen der Geschichte eingraviert werden.
Die Karavanen zog weiter nach Valengard, der alten Hauptstadt von Valanor.
Das Ende