Nacht der Schwarzen Viper

Nacht der Schwarzen Viper

Viele meiner Lieder handeln von Schlachten, Monstern oder uralten Ruinen. Diese Geschichte ist anders.

Denn die gefährlichsten Feinde sind nicht immer die, die mit gezogenen Schwertern vor dir stehen.

Manchmal sitzen sie mit dir am selben Tisch.

Als wir nach der Schlacht am Fluss Radagan nach Valanor zurückkehrten, glaubten wir, das Schlimmste hinter uns gelassen zu haben. Zum ersten Mal seit langer Zeit konnten wir wieder lachen, musizieren und mit Freunden auf einen Sieg anstoßen. Der Goldene Greif war voller Leben, voller Geschichten und voller Menschen, die mit uns feiern wollten.

Zumindest glaubten wir das.

Was mir von jener Nacht am stärksten in Erinnerung geblieben ist, ist nicht der Kampf. Nicht die fliegenden Krüge. Nicht die gezogenen Dolche.

Es ist dieses Gefühl.

Der Augenblick, in dem man plötzlich spürt, dass etwas nicht stimmt.

Man kann es nicht erklären. Man sieht keine Waffe. Man kennt keinen Beweis. Aber irgendwo tief im Inneren meldet sich eine Stimme, die sagt: Pass auf.

Dieses Lied handelt von genau diesem Moment.

Von Freundschaft und Misstrauen. Von einer Schenke voller Lachen und einer Handvoll Mörder, die glaubten, uns überraschen zu können. Und natürlich handelt es auch vom Einsamen Wanderer und jenem Schuss, über den noch heute in den Tavernen Valanors gestritten wird. Manche behaupten, kein Bogenschütze der Welt könne einen solchen Pfeil schießen.

Ich war dabei.

Und ich habe den Pfeil fliegen sehen.

Deshalb weiß ich es besser.

[STROPHE 1]

Im Goldenen Greifen floss der Wein, die Becher kreisten im Kerzenschein. Freddy griff zur seiner Laute, und alle stimmten fröhlich ein.

Milo pries Gewürze an, wie man sie nur im Süden fand. Selbst der Wanderer saß dabei, und wirkte sorgenlos und frei.

[VOR-REFRAIN]

Während Freddy Lieder spielte, kamen Mörder übers Land. Sathmoth sann auf blut’ge Rache, und hat die Schwarze Viper entsandt.

[REFRAIN]

Neunundneunzig Vipern, schlichen durch die Nacht. Neunundneunzig Assassinen, aus Sathmoths Albträumen entfacht.

Doch der Wanderer hielt Wacht, hat den Meisterschuss vollbracht. Und der Kopf der Schwarzen Viper fiel noch in derselben Nacht.

[STROPHE 2]

Neunundneunzig Saufkumpanen, setzten sich im Goldnen Greif. Wer erhob den Krug als Freund? Und wer hielt den Dolch bereit?

Freddy ließ die Saiten klingen, doch sein Lächeln wurde schmal. Hinter Lachen, Wein und Liedern lauerte Gefahr im Saal.

[VOR-REFRAIN]

Freddy legte langsam nieder seine Laute aus der Hand. „Freunde, greift nach euren Waffen, denn der Feind ist längst im Land.“

[REFRAIN]

Neunundneunzig Vipern, schlichen durch die Nacht. Neunundneunzig Assassinen, aus Sathmoths Albträumen entfacht.

Doch der Wanderer hielt Wacht, hat den Meisterschuss vollbracht. Und der Kopf der Schwarzen Viper fiel noch in derselben Nacht.

[STROPHE 3]

Plötzlich flogen Stuhl und Krüge, Dann flog Stahl im Kerzenschein. Alfina wob ein Schild aus Licht, und all die Dolche trafen nicht.

Milo kämpfte Tisch um Tisch, der Wanderer schlug die Reihen frei. Freddy stellte ihren Meister, Agamemnox fiel mit einem Schrei.

[VOR-REFRAIN]

Doch ein Schatten floh nach draußen, sprengte auf dem Hengst davon. Wollte neue Klingen rufen, doch der Wanderer folgte schon.

[STROPHE 4]

Über Dächer, über Gassen, jagte ihn der Wanderer. Hoch auf einem alten Wachturm legte er den Bogen quer.

Dreihundert Schritte bis zu dem Reiter, so weit, wie es kaum ein Schütze kann. Doch der Wanderer blieb ganz ruhig, und setzte seinen Bogen an.

[ÜBERGANG]

Ein Atemzug. Ein letzter Blick. Ein Sehnenklang. Sein Pfeil sang.

[REFRAIN]

Neunundneunzig Vipern, schlichen durch die Nacht. Neunundneunzig Assassinen, aus Sathmoths Albträumen entfacht.

Doch der Wanderer hielt Wacht, hat den Meisterschuss vollbracht. Und der Kopf der Schwarzen Viper fiel noch in derselben Nacht.

[FINALER REFRAIN]

Neunundneunzig Vipern kamen, doch keine kehrte wieder heim. Noch heut singt man im Goldnen Greif von diesem Sieg bei Wein und Reim.

Denn der Wanderer hielt Wacht, hat den Meisterschuss vollbracht. Und der Kopf der Schwarzen Viper fiel noch in derselben Nacht.

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