Der Reiter der Steinhörner
Wenn man Barden zuhört, könnte man meinen, jede große Geschichte handle von Schlachten. Von Helden, die gegen Monster kämpfen. Von Burgen, die belagert werden. Von Königen und Generälen.
Aber manchmal entstehen die schönsten Erinnerungen weit weg vom Krieg.
Nachdem wir den Tiefen von Bothilds Folly entkommen waren, fanden Leila und der Wanderer die Steinhörner. Ich war nicht dabei, als sie zum ersten Mal auf diesen gewaltigen Tieren ritten. Aber als sie später davon erzählten, hatte ich zum ersten Mal seit Langem den Eindruck, dass selbst der Wanderer Mühe hatte, die richtigen Worte zu finden.
Und wer den Wanderer kennt, weiß: Das passiert selten.
Dieses Lied handelt von Freiheit. Von Wind. Von den höchsten Gipfeln Valanors. Von dem Gefühl, über den Wolken zu reiten, während die Welt weit unten kleiner und kleiner wird.
Natürlich retteten Leila und der Wanderer mit ihrer List am Ende viele Leben. Ihre Feuer auf den Berggraten lockten Mala-Luks Krieger aus dem Tal und halfen dabei, Sathmoths Pläne zu durchkreuzen.
Aber als ich dieses Lied schrieb, dachte ich nicht an die List.
Ich dachte an zwei Freunde auf den Rücken der Steinhörner. An Schnee, Wolken und den Himmel über ihnen.
Und an den seltenen Augenblick, in dem selbst der Wanderer einfach nur glücklich war.
[INTRO]
Manche Helden ziehen in die Schlacht.
Manche halten Mauern.
Manche tragen Kronen.
Doch diese Geschichte handelt von zwei Reitern.
Und von den höchsten Bergen, die Valanor je gesehen hat.
[STROPHE 1]
Aus den Tiefen Bothilds Follys führte sie ein alter Pfad. Durch den Schnee der hohen Gipfel, wo kein Mensch zuvor je ward.
Dort erschienen zwischen Felsen mächt’ge Hörner im Gestein. Steinhörner aus alter Zeit, stolz und schön im Abendschein.
[VOR-REFRAIN]
Kein Zaumzeug. Kein Sattel.
Nur Wind. Und Mut.
[REFRAIN]
Wir sind frei. Höher als die Adler zieh’n. Wir sind frei. Dort, wo nur die Gipfel sind.
Immer höher, hoch empor. Frei wie nie ein Mensch zuvor.
[STROPHE 2]
Leila sprang auf ihren Rücken, leicht wie Schnee im Morgenwind. Und der Wanderer lachte plötzlich, frei wie nie zuvor im Wind.
Über Schluchten, über Grate, über Schnee und Wolkenmeer. Hinter ihnen blieb die Welt, vor ihnen das Sternenzelt.
[VOR-REFRAIN]
Der Wind sang. Die Berge schwiegen.
Und für einen Augenblick schien alles möglich.
[REFRAIN]
Wir sind frei. Höher als die Adler zieh’n. Wir sind frei. Dort, wo nur die Gipfel sind.
Immer höher, hoch empor. Frei wie nie ein Mensch zuvor.
[STROPHE 3]
Doch im Tal marschierten Heere, Sathmoths Banner schwarz und rot. Und die Orks, sie suchten Wege durch die Berge, in den Tod.
Leila zündete die Feuer, hoch auf jedem Felsenkamm. Und die Hörner der Steinhörner riefen durch das Bergesland.
[STROPHE 4]
Hier ein Feuer. Dort ein Feuer.
Jenseits schon ein neues Licht.
Aus zwei Reitern wurden viele, doch die Orks begriffen’s nicht.
Tag für Tag erklangen Hörner, weit getragen durch den Wind. Und die Feinde sahen Heere, wo nur zwei Gefährten sind.
[ÜBERGANG]
Durch die Wolken. Durch den Sturm.
Über Abgrund. Über Eis.
Immer mehr von Mala-Luks Kriegern ritten hin zum Gipfelkreis.
[FINALER REFRAIN]
Wir sind frei. Höher als die Adler zieh’n. Wir sind frei. Dort, wo nur die Gipfel sind.
Immer höher, hoch empor. Frei wie nie ein Mensch zuvor.
Wir sind frei. Über Wolken, Wind und Schnee. Wir sind frei. Dort, wo keine Grenzen steh’n.
Immer höher, hoch empor. Frei wie nie ein Mensch zuvor.