Die Hallen von Bothilds Folly
Von allen Liedern, die ich über unsere Reisen geschrieben habe, ist dieses vielleicht dasjenige, das mich am meisten an vergangene Größe erinnert. Als wir vor dem Tor von Bothild standen, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, nicht nur einen Ort zu betreten, sondern die Überreste eines ganzen Zeitalters. Jeder Stein schien eine Geschichte zu erzählen. Jeder Gang erinnerte daran, dass hier einst ein stolzes Zwergenvolk lebte, dessen Ruhm längst verblasst war.
Was mich an dieser Geschichte aber besonders fasziniert, ist der Gegensatz zwischen Größe und Lächerlichkeit. Da waren diese gewaltigen Hallen, geschaffen von Meistern ihres Handwerks, und mitten darin saßen Goblins mit angeklebten Bärten und hielten sich für Zwergenkönige. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr musste ich lachen. Manche Schlachten werden mit Schwertern gewonnen, andere mit Magie. Diese begann mit einem Gespräch über Gewürze, Braten und gutes Essen.
Natürlich erinnere ich mich auch an den Augenblick, als Alfina den Himmel selbst in den Berg rief. Für einen Herzschlag wurde die Nacht zum Tag. Der Blitz zerschmetterte die Statue, die Goblins waren geblendet, und unsere Verbündeten stürmten die Hallen. Das war einer jener seltenen Momente, in denen alles zusammenpasste: Mut, Planung, Freundschaft und ein wenig Glück.
Wenn ich dieses Lied heute spiele, denke ich aber weniger an den Kampf als an die Hallen selbst. An die gewaltigen Tore. An die Sternensäle. Und daran, dass manche Reiche fallen mögen – ihr Ruhm aber noch lange in den Steinen weiterlebt.
[STROPHE 1]
Durch die Berge zog die Straße, durch den Nebel, durch die Zeit. Jeder Stein schien zu erzählen von verlorner Herrlichkeit.
Vor uns stand das Tor von Bothild, mächtig wie ein Berg aus Stein. Und kein Herz blieb unberührt vor der Macht vergang’ner Zeit.
[VOR-REFRAIN]
Apfel, Axt und alte Runen, überm Tor im kalten Stein. Freddy las die alten Worte, und das Zwergentor schwang ein.
[REFRAIN]
Unter Bergen, unter Sternen, liegt ein Reich aus Stein verborgen. Bothilds Hallen, längst gefallen, voller Echos alter Zeit.
Blitz und Stahl im Sternensaal, Goblins flohen voller Graus. Freddy und die seinen fegten Habrakus’ Gesindel raus.
[STROPHE 2]
Schwarze Pfeiler, Silberadern, Fackellicht im Felsgestein. Es schien, als würden noch die Ahnen Hüter dieser Hallen sein.
Dann erschienen stolze Zwerge, würdevoll im Fackelschein. Doch bei näherem Betrachten schien kein Bart mehr echt zu sein.
[VOR-REFRAIN]
„Liebe Gäste, legt die Waffen nach dem Brauch der Väter ab. Denn in Bothilds alten Hallen braucht kein Freund mehr Schild noch Schaft.“
[REFRAIN]
Unter Bergen, unter Sternen, liegt ein Reich aus Stein verborgen. Bothilds Hallen, längst gefallen, voller Echos alter Zeit.
Blitz und Stahl im Sternensaal, Goblins flohen voller Graus. Freddy und die seinen fegten Habrakus’ Gesindel raus.
[STROPHE 3]
Freddy lächelte nur leise, denn er kannte ihren Plan. Also sprach er übers Kochen, bis die Gastfreundschaft verrann.
Helme fielen, Mäntel stürzten, falsche Bärte auf den Stein. Und aus falschen Zwergenkriegern wurden Goblins klein und gemein.
[ÜBERLEITUNG]
Da hob Alfina ihre Hände, rief den Himmel in den Berg. Blitze jagten durch die Hallen, wie der Zorn der Götter selbst.
Weißes Licht verschlang die Hallen, nahm den Goblins Sicht und Wehr. Dann zerbarst der falsche Götze — und Freddys Krieger stürmten her.
[STROPHE 4]
Durch die Hallen dröhnten Schritte, Freddys Leibgarde erschien. Warge fielen, Schamanen flohen, keiner konnte mehr entflieh’n.
Drei Tage brannten Goblin-Banner, weithin sichtbar, hell und weit. Und die Kunde lief durchs Land: Bothilds Hallen war’n befreit.
[FINALER REFRAIN]
Unter Bergen, unter Sternen, liegt ein Reich aus Stein verborgen. Bothilds Hallen, längst gefallen, voller Echos alter Zeit.
Blitz und Stahl im Sternensaal, Goblins flohen voller Graus. Freddy und die seinen fegten Habrakus’ Gesindel raus.