Der Retter in der Nebelklamm

Der Retter in der Nebelklamm

Wenn man heute die Ballade vom Retter in der Nebelklamm hört, könnte man glauben, ich hätte niemals gezweifelt. Als hätte ich den ersten Pfeil mit ruhiger Hand abgeschossen, als wäre mir von Anfang an klar gewesen, dass wir die Karawane retten würden.

Die Wahrheit ist etwas weniger heldenhaft.

Als wir den verletzten Mann auf dem Weg fanden und kurz darauf die Kriegstrommeln erklangen, spürte ich zum ersten Mal seit langer Zeit echte Furcht. Nicht um mich selbst. Sondern um all die Menschen hinter mir. Händler, Fuhrleute, Ochsentreiber – gewöhnliche Leute, die nie darum gebeten hatten, zwischen die Fronten eines Krieges zu geraten.

Der Wanderer stand damals neben mir und beobachtete schweigend die Felswände. Er sagte kein Wort. Das machte die Sache nicht besser.

Manchmal frage ich mich, ob Freundschaften auf seltsame Weise entstehen. Die meisten Menschen lernen sich bei Festen, auf Märkten oder in Tavernen kennen. Der Wanderer und ich lernten uns kennen, während mehrere hundert Goblins versuchten, uns umzubringen.

Nach der Schlacht saßen wir gemeinsam am Lagerfeuer. Die Händler feierten, als hätten wir einen Drachen erschlagen. Ich spielte ein paar Lieder auf meiner Mandoline, doch niemand hörte wirklich zu. Alle wollten Geschichten über die Schlacht hören.

Und der Wanderer?

Er saß einfach da und starrte ins Feuer.

Erst viel später sagte er einen einzigen Satz.

„Du bist nicht der, für den dich die Leute halten.“

Damals wusste ich nicht recht, ob das ein Kompliment oder eine Warnung war.

Heute glaube ich, es war der Beginn unserer Freundschaft.

Wenn ich dieses Lied singe, denke ich deshalb nicht zuerst an die Goblins, die Trolle oder die Schlacht in der Nebelklamm. Ich denke an den Augenblick danach. An das Knistern des Feuers. An den Geruch von Regen auf kaltem Stein. Und an einen schweigsamen Elfen, der mein Leben für immer verändern sollte.

[INTRO]

Hört die Kunde, hört den Klang, von einer Reise wild und lang. Von einer Schlucht aus Fels und Stein, und einem Barden, klein doch fein.

[STROPHE 1]

Dreißig Wagen zogen schwer durch das Nebeltal daher. Gold und Silber, fein verpackt, wurden über Berg gebracht.

An der Spitze ritt ein Elf, schweigsam wie die Berge selbst. Und am Feuer sang bei Nacht Freddy, bis der Morgen lacht.

[VOR-REFRAIN]

Doch dann erklangen Trommeln weit, durch Nebel, Fels und Dunkelheit. Und aus den Schatten brach hervor eine Horde wie nie zuvor.

[REFRAIN]

Hebt die Krüge, stimmt mit ein! Auf den Erpel und den Wein! Auf den Barden mit dem Bogen, Jeder Pfeil ein Treffer, ungelogen!

Hoch die Krüge! Eins, zwei, drei! Freddy schoss die Straße frei! Noch heut singt das ganze Land vom Retter in der Nebelklamm!

[STROPHE 2]

Goblins stürmten wild herein, Wölfe fielen knurrend ein. Goblin-Schamanen hoch am Hang, sandten dunkle Flüche entlang.

Zwei uralte Steintrolle, schwer wie Stein, mischten sich ins Kampfgetümmel ein. Selbst der Wanderer blieb nun steh’n, denn so viele Feinde hatt’ er selten geseh’n.

[VOR-REFRAIN]

Da trat Freddy vor die Reih’n, ließ die Händler Händler sein. Warf den Reisemantel nieder, “Freddy wird zum Enten-Krieger!”

[REFRAIN]

Hebt die Krüge, stimmt mit ein! Auf den Erpel und den Wein! Auf den Barden mit dem Bogen, Jeder Pfeil ein Treffer, ungelogen!

Hoch die Krüge! Eins, zwei, drei! Freddy schoss die Straße frei! Noch heut singt das ganze Land vom Retter in der Nebelklamm!

[ÜBERGANG]

Ein Pfeil flog durch die Nacht, hat den Häuptling umgebracht.

Zwei Pfeile flogen hinterdrein, da brachen beide Trolle ein.

Die Goblins rannten, voller Graus, der Mut ging mit dem Häuptling aus. Die Feinde flohen Mann für Mann, hinaus, hinaus aus der Nebelklamm.

[FINALER REFRAIN]

Hebt die Krüge, stimmt mit ein! Auf den Erpel und den Wein! Auf den Barden mit dem Bogen, Jeder Pfeil ein Treffer, ungelogen!

Hoch die Krüge! Eins, zwei, drei! Freddy schoss die Straße frei! Noch heut singt das ganze Land vom Retter in der Nebelklamm!

[AUSKLANG]

Die Karawane zog davon, dem Abendrot entgegen schon. Gold und Silber wohlbewacht, kein Händler fiel in jener Nacht.

Und wenn der Wein die Runde macht, erzählt man noch von jener Schlacht. Dann hebt die ganze Schenke an:

“Auf den Retter in der Nebelklamm!”

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